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HERZENSSACHE
Kristina Szeiberling-Pánovics
Liebe Leserinnen und Leser,

es heißt ja, vor allem Männer würden eine Zeitung von hinten anfangen zu lesen. Heute möchte ich Sie trotzdem bitten, es ausnahmsweise genauso zu machen – und für einen Moment auf Seite 45 zu blättern. 

Das Foto dort ist eines meiner Lieblingsbilder in dieser Ausgabe. Wenn ich es anschaue, kommen sofort viele schöne Erinnerungen zurück. Ich denke an die zahlreichen Rezitationswettbewerbe meiner Kindheit, vor denen mich meine Großmutter und meine Mutter in eine ganz ähnliche Tracht kleideten. Und wenn ich die Augen schließe, höre ich noch heute die Stimme meiner Großmutter: Khumm, ma Maadili, mir mise staad oofange, sunst were mr net fertig… Kleich se’mr fertig, ’s Kreesl, die Halskhette mit’n Oohängsl, ’s Halstuch un ’s Tschepl is noch zuruck… Na, sikst, ma Koldamschili, jetzt pist schee zamkroomt!
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AKTUELLES VON DEN UNGARNDEUTSCHEN
Die Trägerinnen und Träger der Ehrennadel in Gold für das Ungarndeutschtum und des Otto-HeinekPreises: Dr. Viktoria Muka, Dr. Elisabeth Sandor-Szalay, Udo Pörschke, Dr. Viktoria Nagy, Dr. Gabriella S6s (v.l.n.r.)
GERLINGEN – WIR STEHEN AUCH DAZU
LANDESDELEGIERTE DER LDU BADEN-WÜRTTEMBERG SETZEN AUF BEWÄHRTES LANDESPRÄSIDIUM


Ende April fand im Sitzungssaal des Gerlinger Rathauses die ordentliche Landesdelegiertenversammlung mit Neuwahlen zum Vorstand der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn (LDU), Landesverband Baden-Württemberg, statt.

Nach der Begrüßung und Totenehrung berichtete Landesvorsitzender Joschi Ament ausführlich über die vielfältigen Aktivitäten der vergangenen zwei Jahre. Landesschatzmeister Alfred Freistädter ergänzte mit dem Kassenbericht.
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GESCHICHTE & ZEITZEUGEN
Bürgermeister Benjamin Köpfle bei seiner Ansprache
80 JAHRE NACH DER VERTREIBUNG
NACH DEM KRIEGSENDE 1945 HABEN DIE SIEGERMÄCHTE BESCHLOSSEN, DIE DEUTSCHEN AUS IHRER HEIMAT ZU VERTREIBEN


1946: Vertreibung aus Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei – Ankunft im Kreis Mosbach

1939-1945 – ein verbrecherischer Krieg, der von Deutschland begonnen und verloren wurde. Es war der schlimmste Krieg, in dem Millionen Männer aus allen Kriegsgebieten gefallen sind, verwundet wurden oder in Gefangenschaft gerieten, wobei über 30 Millionen Männer, Frauen und Kinder den Tod fanden. [Anm. d. Red.: Die heutige Geschichtsforschung geht weltweit von mehr als 60 Millionen Kriegstoten aus.] 

Nach dem Krieg waren deutsche Städte zerbombt und lagen in Schutt und Asche. Es herrschten Anarchie und eine unvorstellbare Not. Frauen wurden vergewaltigt, Menschen totgeprügelt, und viele starben an Hunger. Deutschland war zerstört.
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FAMILIENNACHRICHTEN
Für die heimatvertriebenen und heimatverbliebenen Ungarndeutschen sind Geburtstage, Nachrufe und persönliche Mitteilungen nicht nur Nachrichten, sondern ein verbindendes Element über Zeit und Raum hinweg. Gerade in einer Gemeinschaft, die durch historische Ereignisse auseinandergerissen wurde, sind solche Nachrichten von unschätzbarem Wert. Sie bewahren Erinnerungen, halten den Kontakt zwischen Verwandten und Freunden aufrecht und stärken das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Ob freudige Anlässe wie Jubiläen und Geburtstage oder der würdige Abschied von geliebten Menschen – diese Mitteilungen lassen uns gemeinsam Anteil nehmen, erinnern uns an unsere Wurzeln und zeigen, dass unsere Verbundenheit über Generationen hinweg Bestand hat.
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